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Ein bedürfnisbasierter Libertarismus

These: Ein bedürfnisbasierter Libertarismus entfesselt eine dezentrale Ordnung der Fülle, in der individuelle Freiheit und kollektive Versorgung keinen Widerspruch mehr bilden – vorausgesetzt, die Technik macht subjektive Knappheit transparent und freiwillige Kooperation zur zentralen Währung.

Der klassische Libertarismus ruht auf zwei Säulen: individueller Selbstbestimmung und der Ablehnung zentraler Zwangsgewalt. Die ökonomische Koordination vertraut er den Preisen an, weil diese als flüchtige Signale subjektiver Wertschätzung ohne Befehl von oben funktionieren. Ein bedürfnisbasierter Libertarismus durchtrennt diese Kopplung.

Freiheit muss nicht an Preise gebunden sein; sie kann sich ebenso radikal an den *objektiven Bedürfnissen* der Menschen ausrichten – vorausgesetzt, Bedürfnisse lassen sich ebenso dezentral, präzise und zwanglos abbilden wie gegenwärtig die Zahlungsbereitschaft.

Was also passiert, wenn der Libertarismus anstatt auf Preisen auf Bedürfnissen aufbaut?

1. Der Souveränität des Individuums wird eine Souveränität der Bedürfnisartikulation hinzugefügt

Im Preissystem zeigt der Mensch seinen Wunsch, indem er Geld gibt. Geld ist ein grober Filter; er verzerrt Dringlichkeit durch Kaufkraft. Ein Bedürfnis-Libertarismus hingegen würde jedem Menschen das Recht geben, seine Bedürfnisse zu erklären – nicht in Form unverbindlicher Wunschzettel an den Staat, sondern als authentische, digitale Einträge in ein dezentrales Bedürfnisprotokoll.

Die dahinterstehende Annahme: Die Menschen wissen grundsätzlich selbst am besten, was sie brauchen (Essen, Gesundheit, sinnstiftende Arbeit), und eine Architektur der Freiheit muss diese Selbsterkenntnis unverzerrt zur Geltung bringen. Der schmale Grat verläuft zwischen dem Ausdruck echter Lebensnotwendigkeiten und hybriden Konsumfantasien – hier entscheidet nicht eine Behörde, sondern der gesellschaftliche Aushandlungsprozess in den dezentralen Netzwerken.

bedürfnisbasierter Libertarismus

2. An die Stelle des Preises tritt der „Bedürfniskonsens“ – koordiniert durch freiwillige Assoziation und technische Transparenz.

Ohne Preise fehlt das Knappheitssignal. Der bedürfnisbasierte Libertarismus ersetzt es durch ein nicht-monetäres, aber ebenso dezentrales Signal: die räumlich und zeitlich abgebildete Dringlichkeit eines Bedürfnisses, abgeglichen mit den freiwillig eingebrachten Produktions- und Hilfsfähigkeiten anderer. Die heutige globale Vernetzung, moderne Sensornetze und KI könnten – ohne zentrale Planungsinstanz – Angebot und Bedarf in Echtzeit visualisieren.

Ein Bauer, der Weizen anbietet, sähe nicht einen Preis, sondern eine „Bedürfnislandkarte“: die nächstgelegenen Familien, die akut Brot benötigen, sowie das Reputationsversprechen der Gemeinschaft. Sein Anreiz zur Produktion bestünde nicht in monetärem Gewinn, sondern in sozialer Wertschätzung sowie der Sicherheit, im Notfall ebenfalls versorgt zu werden, und der intrinischen Befriedigung, Leid zu lindern. Die „unsichtbare Hand“ würde durch ein transparentes, aber föderiertes Netz sichtbarer Bedürfnisse ersetzt.

3. Eigentum bleibt bestehen, wird aber durch eine bedingungslose Zugangsethik relativiert.

Ein libertärer Kern bleibt unangetastet: Niemand zwingt den Produzenten zur Abgabe. Es gibt keinen Umverteilungsstaat. Jedoch wird Eigentum an Produktionsmitteln nicht mehr primär als exklusives Recht auf Aneignung von Profit verstanden, sondern als *Ressourcenverantwortung*. Freiwillige Nutzung von Vernetzung und KI könnte die brachliegende Auslastung von Maschinen, Wohnraum oder Wissen erkennen und den Besitzern signalisieren: „Hier wartet ein Bedürfnis, dessen Erfüllung deine Stellung im Solidarnetzwerk festigt.“

Der Anreiz zu teilen ergibt sich dann nicht aus Steuerdrohung, sondern aus einem transparenten Reputationsmechanismus, der die faktische Lebensqualität jedes Einzelnen mit seinem Beitrag zur Bedürfnisbefriedigung verknüpft. Es entstünde eine Sharing Economy im großen Maßstab – nicht getrieben von Profiten, sondern von der Erkenntnis, dass reziprokes Geben reicher macht als Horten.

4. Was dabei herauskäme: eine libertäre Sorgegesellschaft jenseits von Markt und Staat.

Das Ergebnis eines auf Bedürfnissen gebauten Libertarismus wäre weder Anarchokapitalismus noch Staatssozialismus. Es wäre eine radikal dezentrale, in kleinen Gemeinschaften und digitalen Commons organisierte „Sorgeökonomie“ (Care Economy). In ihr wäre der Mensch weder auf die Rolle des egoistischen *Homo oeconomicus* noch auf die des untertänigen Antragstellers reduziert.

Seine Freiheit bestünde darin, Bedürfnisse zu äußern, Fähigkeiten einzubringen und beides in einem Netz freiwilliger Gegenseitigkeit aufeinander abzustimmen. Institutionen wären minimal: Lediglich die technische Infrastruktur und das Grundrecht auf Bedürfnisprotokollierung müssten als gemeinschaftlich getragene Commons vor Manipulation geschützt werden.

Der Preis, den dieser Libertarismus zahlt, ist freilich hoch: Er verlangt ein Vertrauen in die Möglichkeit authentischer Bedürfniskommunikation, das in der gegenwärtigen Werbe- und Konsumwelt utopisch anmutet. Er setzt zudem eine Technologie voraus, die so weit entwickelt ist, dass sie nicht zur Überwachung, sondern zur Befreiung eingesetzt wird.

Gelingt dies, dann hätte der Libertarismus seine höchste Form erreicht: nicht Freiheit durch Geld, sondern Freiheit durch das bedingungslose Wissen, dass mein Wohlergehen ein verbrieftes Anliegen aller ist – ohne dass mich jemals eine Mehrheit dazu zwingen könnte, für andere zu schuften. Es wäre die Synthese aus radikalem Individualismus und radikaler Solidarität, vermittelt nicht durch Preise, sondern durch sichtbar gemachten Bedarf und Fülle der Welt.

Das neue Buch von Eberhard Licht kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

„Die einfache Wirtschaft“

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The global economy in crisis

Almost every day, the media reports that the global economy is in crisis. The climate and our society are also developing in a worrying way.

There is a very surprising and simple solution.

What would happen if, from tomorrow and forever, everything in the world became free? Absolutely everything, for everyone?

So imagine if all producers and retailers were to suddenly turn all goods and services into gifts.

Why might that be possible?

It wouldn’t work if the Earth and the Sun were to issue invoices for their mineral resources, their fruits, their air, their energy and their light.

But it is not they who issue the invoices, but the owners of the land from which the mineral resources are extracted and of the factories where the goods are produced.

But imagine if these bills were no longer necessary because everything is free. The owners would then no longer have to issue bills, because money would have lost its purpose.

Natural resources, fruits or energy could then be used by everyone free of charge.

If producers no longer had to pay for raw materials, they would of course still need to be exempt from the costs of their employees’ labour, wages, social security contributions and taxes.

Would wages, social security contributions and taxes even be necessary if all goods were free?

No, because everyone would be provided with everything necessary for a life of dignity, free of charge. This naturally includes business owners too.

This is, of course, very confusing at first, but just look at how it works within families. Mums and dads don’t demand wages either, which is why you don’t have to pay for food. The economy could function in a similar way.

What does all this have to do with today’s global crises?

There is no need for advertising for gifts. Everyone would then be free to take exactly what is needed for a life of dignity, without any external influence.

There would be no more competitive pressure, and products could be designed to be durable and fully recyclable.

Consequently, much less would need to be produced, far fewer resources would be consumed, and greenhouse gas emissions would fall so sharply that long-term climate targets would likely be achieved quickly.

Unemployment would no longer exist, so the economy could be automated without hindrance, meaning that heavy, monotonous and dangerous work in particular could be taken over by machines rather than underpaid workers.

Our responsibility would then no longer end with the purchase; instead, we would also feel personally responsible for sustainable production and for protecting the Earth.

But, but, but, but …….

Imagine the joy if we no longer needed money.

There would be no reason for looting or existential fears, because we would know that we would continue to have everything we need in the future. In fact, everyday life would carry on quite normally, just as it does today, even though we are warned daily by the media of the danger of collapse.

Why shouldn’t we carry on working, just because everything is given to us and we are no longer forced to work?

Because no technical changes would be necessary, the economy could continue to function quite normally during the transition. So we wouldn’t even notice straight away that anything had changed. However, due to the changed conditions, the economy would no longer have to grow artificially and would become sustainable of its own accord.

Entrepreneurs would no longer be at the mercy of competition but could serve people, as it should actually be.

Power would be replaced by setting an example and civic engagement.

A market that can only decide on the basis of what is economically viable, rather than what people actually need, would thus become redundant. Because there would be no prices once the transition is complete, we could move to a system of direct supply, in which people order what they need directly from the producer.

The conditions for this have been in place for several years thanks to global connectivity. Given the market’s competition-driven overproduction, direct supply would be far more efficient anyway.

And now ….. ?

Please help spread the word about this idea. Once everyone understands how simple it would be, implementation would be quick and straightforward.

Further information is available here: https://simple.economy.nu

Berlin, 18 May 2026

Eberhard Licht          simple@economy.nu

Please spread the word about this idea!

Weltwirtschaft in der Krise

Fast täglich melden die Medien, dass die Weltwirtschaft in einer Krise steckt. Auch das Klima und unsere Gesellschaft entwickeln sich in besorgniserregender Weise.

Es gibt eine sehr überraschende und einfache Lösung.

Was würde denn passieren, wenn ab morgen und für immer alles auf der Welt gratis würde? Wirklich alles und für alle Menschen?

Stellt euch also vor, alle Produzenten und Händler würden alle Waren und Dienstleistungen mit einem Male zu Geschenken machen.

Warum könnte das möglich sein?

Es würde nicht funktionieren, wenn die Erde und die Sonne Rechnungen für ihre Bodenschätze, ihre Früchte, ihre Luft, ihre Energie und ihr Licht schreiben würden.

Aber nicht sie schreiben die Rechnungen, sondern die Eigentümer des Grundes, auf dem die Bodenschätze gewonnen und der Fabriken, in denen die Güter produziert werden.

Stellt euch aber vor, diese Rechnungen wären nicht mehr nötig, weil alles gratis ist.  Die Eigentümer müssten dann keine Rechnungen mehr schreiben, weil Geld seinen Zweck verloren hätte.

Bodenschätze, Früchte oder  Energie könnten dann von allen Menschen unentgeltlich genutzt werden.

Wenn die Produzenten für die Rohstoffe nichts mehr bezahlen müssen, dann müssten sie freilich noch von den Kosten für die Arbeit der Beschäftigten, den Löhnen, Sozialabgaben und Steuern befreit werden.

Wären denn überhaupt noch Löhne, Sozialabgaben und Steuern nötig, wenn alle Güter gratis sind?

Nein, denn alle Menschen wären gratis mit allem versorgt, was für ein Leben in Würde nötig ist. Natürlich auch die Unternehmerinnen und Unternehmer.

Das ist natürlich erst einmal sehr verwirrend, aber schaut einmal, wie es in den Familien funktioniert. Mütter oder Väter verlangen doch auch keine Löhne, deshalb müsst ihr ja auch nichts für das Essen bezahlen. So ähnlich könnte dann auch die Wirtschaft funktionieren.

Was hat das alles nun mit den heutigen globalen Krisen zu tun?

Für Geschenke muss es keine Werbung geben. Jeder Mensch könnte sich dann frei und unbeeinflusst genau das nehmen, was für ein Leben in Würde gebraucht wird.

Es gäbe keinen Konkurrenzdruck mehr und die Produkte könnten langlebig und vollständig recycelbar konstruiert werden.

Deshalb müsste viel weniger produziert werden, es würden viel weniger Ressourcen verbraucht und die Treibhausgasemissionen würden so stark sinken, dass die langfristigen Klimaziele wahrscheinlich schnell erreicht wären.

Arbeitslosigkeit gäbe es nicht mehr, also könnte die Wirtschaft ungehindert automatisiert werden, sodass vor allem schwere, eintönige und gefährliche Arbeiten von Maschinen anstatt von unterbezahlten Arbeitskräften übernommen werden könnten.

Unsere Verantwortung würde dann nicht mehr mit dem Kauf enden, sondern wir fühlten uns dann auch persönlich für die nachhaltige Produktion und für den Schutz der Erde verantwortlich.

Aber, aber, aber, aber …….

Stellt euch diese Freude vor, wenn wir kein Geld mehr bräuchten.

Es gäbe keinen Grund für Plünderungen oder Existenzängste, denn wir wüssten, dass wir auch in Zukunft alles haben würden, was wir brauchen. Tatsächlich würde der Alltag ganz normal weitergehen, so wie er auch heute weitergeht, sogar wenn wir täglich von den Medien vor der Gefahr eines Kollapses gewarnt werden.

Warum sollten wir nicht weiterarbeiten, nur weil uns alles geschenkt wird und wir nicht mehr zur Arbeit gezwungen werden?

Weil es keine technischen Änderungen geben muss, könnte die Wirtschaft übergangsweise ganz normal weiterfunktionieren. Wir würden also gar nicht sofort wahrnehmen, dass sich etwas geändert hat. Die Wirtschaft müsste aber auf Grund der veränderten Randbediungungen nicht mehr künstlich wachsen und würde von selbst nachhaltig werden.

Unternehmerinnen und Unternehmer wären nicht mehr dem Wettbewerb ausgeliefert sondern könnten den Menschen dienen, so wie es ja eigentlich sein sollte.

Macht würde durch Vorbildwirkung und zivilgesellschaftliches Engagement ersetzt werden.

Ein Markt, der seine Entscheidungen nur auf der Grundlage dessen treffen kann, was wirtschaftlich rentabel ist, anstatt dessen, was die Menschen tatsächlich brauchen, würde somit überflüssig werden. Da es nach Abschluss des Übergangs keine Preise mehr gäbe, könnten wir zu einem System der Direktversorgung übergehen, in dem die Menschen das, was sie brauchen, direkt beim Hersteller bestellen.

Die Voraussetzungen dafür sind dank der globalen Vernetzung bereits seit mehreren Jahren gegeben. Angesichts der wettbewerbsbedingten Überproduktion des Marktes wäre eine direkte Versorgung ohnehin weitaus effizienter.

Und nun ….. ?

Bitte helft mit, diese Idee bekannt zu machen. Sobald jeder versteht, wie einfach das wäre, wäre könnte die Umsetzung schnell und unkompliziert erfolgen.

Weitere Infos gibt es hier: https://simple.economy.nu

Berlin, den 18.05.2026

Eberhard Licht     simple@economy.nu

 

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