Das Problem der Marktwirtschaft
Vom Markt zu direkter Versorgung:
Der Motor unseres heutigen Wirtschaftssystems ist der Markt.
- Alle produzierten Waren müssen wieder verkauft werden, damit die Unternehmen Löhne, Gewinne, Steuern und Sozialleistungen finanzieren können.
- Der Nutzen für die Menschen und der Schaden für unsere Umwelt ist dabei von untergeordneter Bedeutung.
- Es muss immer weiter produziert und konsumiert werden, damit das System stabil bleibt.
Wenn wir den ökologischen Kollaps vermeiden wollen, reicht der Wille, „nachhaltiger“ zu wirtschaften, nicht aus.
Wir müssten dazu die Marktlogik selbst überwinden – also die Notwendigkeit, dass Menschen ihre Existenz nur über Kauf und Verkauf sichern können.
Direkte Versorgung nach Bedarf
Der Markt war historisch unverzichtbar, weil Produktion und Verteilung nicht anders koordiniert werden konnten. Heute sind wir jedoch weltweit vernetzt. Technisch wäre es jetzt möglich, Güter nach Bedarf direkt beim Produzenten anzufordern. Dies wäre außerdem viel effizienter als mittels des Marktes mit seinem Zwang zu Überproduktion.
Diese direkte Versorgungsform wird deshalb irgendwann von alleine eintreten, aber bestimmt zu spät, wenn wir jetzt nichts unternehmen.
Voraussetzung:
Bedingungslose Verfügbarkeit der Güter
Entscheidend wäre dabei die bedingungslose Verfügbarkeit der Güter.
Welche Kosten stehen dem im Wege?
Nicht die Natur schreibt Rechnungen, sondern die Eigentümer der Rohstoffquellen.
Wenn aber die Güter bedingungslos erhältlich wären, dann benötigten die Eigentümer der Rohstoffquellen keine Einnahmen aus verkauften Rohstoffen mehr. Die Ressourcen könnten somit kostenlos abgegeben werden. Als einziger Kostenfaktor bliebe dann die Arbeit der Beschäftigten und der Unternehmer übrig, also Löhne und Gewinne.
Gewinne und Löhne neutralisieren
Wenn wir einfach einmal annehmen, dass es angesichts des drohenden Kollapses möglich wäre,…
… dass sich Arbeitgeber und Beschäftigte einigen würden, sowohl auf Löhne als auch auf Gewinne zu verzichten (quasi als Verweigerung gegenüber dem Markt), dann gäbe es überhaupt keine Kosten mehr, dann wären alle Produkte kostenlos.
Dadurch wären alle Menschen bedingungslos versorgt, Löhne und Gewinne sowie Sozialleistungen und Steuern könnten dann freilich entfallen. Die umfassende Automatisierung der Produktion würde nicht mehr durch drohende Arbeitslosigkeit verhindert.
Die Produktion könnte übergangsweise ganz normal weitergehen. Als einzige Voraussetzung müsste dieser Schritt global und gleichzeitig erfolgen, denn es handelt sich um mehrere Bedingungen, die gleichzeitig eintreten müssen.
Das wäre keine Abschaffung des Kapitalismus. Im Gegenteil, die Unternehmen würden vom Verwertungszwang des Marktes befreit und könnten sich dann ganz dem Wohlergehen der Menschen und unserer Umwelt widmen. An den Eigentumsverhältnissen müsste sich nichts ändern.
Infos zu Allokationsfunktion des Marktes oder zu organisatorischen Fragen: https://simple.economy.nu