Wir stehen vor drei großen Krisen:
- der Kriegsgefahr
- dem Klimawandel
- wachsender Ungleichheit und sozialer Spaltung.
Gleichzeitig gerät die heutige Marktwirtschaft immer stärker unter Druck. Sie ist auf ständiges Wachstum angewiesen. Wachstum bedeutet, stets mehr Geld auszugeben.
Der private Konsum kann da nicht mehr Schritt halten.
Deshalb nehmen Regierungen hohe Kredite (Sondervermögen) auf und bestellen Waffen. Dies wird mit zunehmenden Spannungen begründet, die jedoch oft gerade durch die Auswirkungen des Wachstums selbst verursacht werden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Waffen zum Einsatz kommen, da der Wiederaufbau nach Kriegsschäden eine willkommene Quelle für weiteres Wachstum darstellt.
Aufgrund des Wachstumszwangs der Marktwirtschaft nehmen Ressourcenverbrauch, Umweltbelastung und Ungleichheit weiter zu.
Die Marktwirtschaft ist aber überhaupt nicht effizient!
Zwar müssen die einzelnen Unternehmen unter dem Druck des Marktes stets effizienter werden aber die Marktwirtschaft insgesamt ist höchst ineffizient.
Gründe für diese Ineffizienz:
- Viele nahezu identische Produkte werden aus Wettbewerbsgründen parallel angeboten.
- Produkte werden absichtlich so konstruiert, dass sie schnell kaputt gehen (geplante Obsoleszenz).
- Ein großer Teil der Produktion orientiert sich überhaupt nicht an den wirklichen Bedürfnissen der Menschen, denn es zählt nur, ob sich etwas verkaufen lässt – der Nutzen spielt eine untergeordnete Rolle.
Direkte Versorgung anstatt Marktwirtschaft
Die technischen Möglichkeiten für eine andere Form der Versorgung der Menschen sind längst vorhanden. Dank der globalen Vernetzung könnten die Menschen Produkte direkt bei den Herstellern bestellen, ganz ohne den Markt.
Unternehmen würden dann nur noch das produzieren, was die Menschen tatsächlich wollen, und nicht mehr das, was sich irgendwie verkaufen lässt.
- Wenn niemand Waffen wollte, würden diese nicht mehr hergestellt.
- Wenn die Menschen langlebige und reparierbare Produkte wollten, würde die Wirtschaft langlebige und reparierbare Produkte produzieren.
Echter Bedarf statt Preis
Der wahre Nutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung lässt sich viel deutlicher erkennen, wenn es keinen Preis gäbe. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass wir die billigste Kleidung kaufen, unabhängig davon, ob sie um die halbe Welt transportiert wurde.
Für dieses Direktversorgungssystem dürfte es also keine Preise mehr geben.
Wie verschwinden die Preise?
Auf den ersten Blick erscheint das unmöglich. Schließlich müssen die Unternehmen Rohstoffe, Energie und Arbeit bezahlen, und würden sofort bankrott gehen, wenn sie ihre Erzeugnisse verschenken.
Warum kosten eigentlich die Rohstoffe etwas? Die Erde verlangt doch kein Geld dafür…
Was würde sich dadurch verändern?
Wenn diese Umstellung weltweit und im selben historischen Moment erfolgt, dann entfallen die Preise und der Markt ist hinfällig.
- Die Produktion könnte auf das wirklich notwendige Maß sinken
- Dadurch würde der Ressourcenverbrauch und der Treibhausgasausstoß abnehmen
- Jeder Mensch wäre bedingungslos versorgt
Wenn es keine Preise mehr gäbe und alles kostenlos wäre:
- Würden wir noch arbeiten, wenn wir nicht dazu gezwungen wären?
- Würden die Geschäfte leergeräumt werden?
- Würden wir die Ressoucen noch stärker plündern?
Die Antwort findet ihr selbst. Wie verhaltet ihr euch zu Hause oder im Freundeskreis? So würden sich die Menschen wahrscheinlich auch in einer solidarischen Gesellschaft verhalten.
Ein Vorbild aus unserem Alltag
Dass Menschen uneigennützig füreinander sorgen, ohne Geld zu verlangen, erleben wir täglich. In Familien, Freundeskreisen, Nachbarschaften und vielen Bereichen der Zivilgesellschaft werden Leistungen erbracht, weil Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Und das schon seit Jahrtausenden.
Die Technik liegt bereit. Die digitale Infrastruktur ist da. Die sozialen Blaupausen kennen wir aus unseren eigenen vier Wänden.
Was fehlt, ist der Mut, den Markt nicht länger als Naturgesetz zu betrachten, sondern als das, was er ist:
- ein historisch gewachsenes, zunehmend ineffizientes und zerstörerisches Betriebssystem, das durch ein besseres ersetzt werden kann.
Der Übergang zu einer direkten Versorgung ist kein naiver Traum. Er ist die konsequente Anwendung dessen, was wir im privaten Bereich seit Jahrtausenden praktizieren, auf die Gesellschaft als Ganzes.
Das Essen steht bereit – für alle.
Ausführliche Erläuterungen finden sich in dem Buch
das natürlich kostenlos erhältlich ist.
Berlin, den 16.06.2026
Eberhard Licht
simple at economy.nu