Direkte Versorgung ohne Markt

Die Befreiung der Wirtschaft vom Markt

English                        Español

Direkte Versorgung ohne Markt

Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause. Auf dem Tisch steht das Mittagessen.

Niemand hat Ihnen eine Rechnung geschrieben. Niemand musste einen Preis bezahlen.

Es wurde gekocht, weil Sie Hunger haben – nicht, weil jemand damit Geld verdienen muss. Es wurde genau so viel gekocht, wie gegessen wird. Keine Verschwendung, kein Ausschluss.

Das ist keine Utopie, sondern Alltag.

In jeder Familie, in jeder Wohngemeinschaft, in jeder wirklichen Gemeinschaft funktioniert Versorgung ohne Preise und ohne Markt.

Doch sobald wir die Haustür öffnen, soll plötzlich eine völlig andere Logik gelten. Draußen regiert der Markt. Und der Markt produziert, was Profit bringt – nicht, was gebraucht wird.

Er schickt eine Hose um den halben Globus, um ein paar Cent Lohnunterschied auszunutzen. Er lässt Lebensmittel vernichten, während Menschen hungern. Er baut Produkte, die absichtlich kaputtgehen, damit sie ersetzt werden. Überschuss hier, Mangel dort. Ineffizienz auf allen Ebenen.

Gleichzeitig fließen gewaltige Summen in Waffen und Kriege, obwohl sich die meisten Menschen Frieden, Sicherheit und ein gutes Leben für alle wünschen.

Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Die  Meere erwärmen sich, Wälder brennen, und mehrere ökologische Belastungsgrenzen der Erde sind bereits überschritten. Obwohl die Gefahren bekannt sind, nehmen die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht ab.

Wir haben ein globales Problem mit der Marktwirtschaft, welches kurzfristig und global gelöst werden muss.

Globale digitale Vernetzung kann den Markt ersetzen.

Große Online-Plattformen verbinden längst Konsumenten, Produzenten, Lagerhaltung und Logistik in Echtzeit. Technisch wäre es grundsätzlich möglich, dass wir Produkte direkt bei den Produzenten anfordern – ohne dass der Markt als vermittelnde Instanz dazwischensteht.

Der Preis als Systemfehler einer globalen Wirtschaft

Doch wie kommen Preise zustande, und vor allem: Wie können wir sie wieder loswerden?

Die drei Gründe führen zur Herrschaft des Marktes

  • Aneignung der kostenlos von der Natur bereitgestellten Rohstoffe
  • Notwendigkeit von Löhnen und Gewinnen
  • Preischarakter der Produkte der Wirtschaft

Diese Gründe sind voneinander abhängig.

  • Unternehmen müssen die Produkte verkaufen, damit sie Löhne zahlen können.
  • Löhne, Gewinne und Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe werden gebraucht, um die Produkte der Wirtschaft kaufen zu können.

Wenn diese Gründe global gleichzeitig verschwinden würden, dann könnte die Wirtschaft auf direkte Versorgung nach wirklichem Bedarf übergehen.

Die Wirtschaft könnte sich jederzeit vom Zwang des Marktes befreien,

wenn alle Produkte und Leistungen unentgeltlich bereitgestellt werden.

Wenn diese Umstellung weltweit und im selben historischen Moment erfolgt, dann entfallen die Preise und der Markt ist hinfällig. 

  • Die Produktion könnte auf das wirklich notwendige Maß sinken
  • Dadurch würde der Ressourcenverbrauch und der Treibhausgasausstoß abnehmen
  • Jeder Mensch wäre bedingungslos versorgt

Unternehmerinnen und Unternehmer
Befreit euch von der Geißel des Wachstums und des Marktes

Die höchste Form der unternehmerischen Freiheit könnte sein,
die Waren zu Geschenken zu machen.

Damit wären alle drei Gründe für das Bestehen des Marktes beseitigt. Löhne und Gewinne sowie Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe wären nicht mehr erforderlich, weil alle Menschen bedingungslos versorgt wären.

Was würde sich im Alltag ändern?

Genau hier kommen wir zu dem, was wir alle schon aus den Familien kennen – nur ausgeweitet auf die ganze Gesellschaft.

Die Hose von nebenan:
Direkte Versorgung im digitalen Zeitalter

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen eine neue Hose.

Verantwortung, die nicht an der Kasse endet

Und jetzt kommt das Entscheidende:

Weil Sie keinen Preis bezahlen, müssen Sie sich auch nicht von der Verantwortung freikaufen.

Koordination ohne Konkurrenz:
Was den Markt ersetzt

Die gesellschaftliche Koordination verschwindet dadurch nicht.

Vom anonymen Markt zur solidarischen Gesellschaft

Mit der Auflösung der Marktvermittlung verändert sich auch das Verhältnis der Menschen zueinander.

Die Technik liegt bereit. Die digitale Infrastruktur ist da. Die sozialen Blaupausen kennen wir aus unseren eigenen vier Wänden.

Was fehlt, ist der Mut, den Markt nicht länger als Naturgesetz zu behandeln, sondern als das, was er ist:

  • ein historisch gewachsenes, zunehmend ineffizientes und zerstörerisches Betriebssystem, das durch ein besseres ersetzt werden kann.

Der Übergang zu einer direkten Versorgung ist kein naiver Traum. Es ist die konsequente Anwendung dessen, was wir in der sozialen Reproduktion seit Jahrhunderten praktizieren, auf die Gesellschaft als Ganzes. Das Mittagessen steht bereit – für alle.

Tun wir den ersten Schritt – reden wir darüber, alle Waren von ihrem Preis zu befreien, damit alles gratis zugänglich ist.

Ein kleines Erklär-Video (5 Minuten)

Bitte habt Verständnis dafür, dass nur Kommentare mit konstruktivem Inhalt veröffentlicht werden.

Berlin, den 26.05.2026

Eberhard Licht

simple at economy.nu

I don't need donations, but please share this plan!