Anstatt Marktwirtschaft
Wirtschaft für die Menschen!
Ein Plan zur Lösung der globalen Probleme
Wie kommen wir zu einer Wirtschaft, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen
und nicht Preise und Kosten?
Schauen wir uns zuerst an, wie unsere heutige Wirtschaft eigentlich funktioniert.
Im Alltag wirkt vieles ganz normal.
Wir gehen in den Supermarkt, wollen eigentlich nur eine Kleinigkeit kaufen – und stehen am Ende mit einem vollen Einkaufswagen an der Kasse. Viele Produkte sind reduziert, und wir haben das Gefühl, ein gutes Geschäft gemacht zu haben.
Das fühlt sich nach Wohlstand an.
Aber ist das wirklich so?
Unsere Wirtschaft ist so organisiert, dass ständig gekauft und verkauft werden muss. Unternehmen müssen Gewinne machen, sonst verschwinden sie vom Markt. Deshalb geht es bei vielen Entscheidungen nicht in erster Linie darum, was Menschen brauchen – sondern darum, ob es sich rechnet.
Das sieht man besonders deutlich an wichtigen Bereichen unseres Lebens.
Ein Krankenhaus wird geschlossen, obwohl es gebraucht wird – einfach weil es nicht genug Gewinn bringt.
Es fehlen nicht die Patientinnen und Patienten, sondern die Rentabilität.
Oder denken wir an große politische Entscheidungen:
Wird mehr Geld in Straßen investiert oder in die Bahn? Solche Fragen werden oft nicht danach entschieden, was für Menschen oder Umwelt am besten ist, sondern danach, wo sich Investitionen „lohnen“.
Auch unser Alltag hängt daran:
Damit wir Dinge kaufen können, brauchen wir Einkommen. Und gleichzeitig ist die Wirtschaft darauf angewiesen, dass genug gekauft wird. Wenn das nicht passiert, entstehen Krisen – Unternehmen machen Verluste, Arbeitsplätze gehen verloren, Unsicherheit wächst.
Die Lohnerhöhungen fallen aber nicht vom Himmel. Jedes Mal, wenn die Löhne steigen sollen, muss mehr produziert und verkauft werden. Da nicht mehr genug Autos verkauft werden, muss heute die Rüstungsindustrie einspringen.
Der Energie- und Rohstoffbedarf schnellt in die Höhe und der IWF prognostiziert für die nächsten 5 Jahre ein weiteres Wachstum von 25 Prozent. Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen aber werfen das, was wir kaufen, im Durchschnitt nach der Hälfte der Nutzungsdauer wieder weg. [1, 2,3]
Obwohl die Produktivität ausreicht, um allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen, überschattet der Kampf ums wirtschaftliche Überleben weiterhin unseren Alltag. Streiks für höhere Löhne, Debatten um Sozialleistungen und die Angst vor Arbeitslosigkeit bestimmen die Schlagzeilen – während gleichzeitig die ökologischen Grenzen des Planeten überschritten werden.
Märkte und Handel
Schon im Mittelalter waren Märkte und Handel die Triebkräfte der Entwicklung, weil dort das meiste Geld verdient werden konnte. So wie die Familien Thurn und Taxis damals superreich wurden, so gehören auch heute Händler wie Jeff Bezos mit Amazon zu den reichsten Menschen der Welt. Der große Reichtum mancher Länder begründet sich auf den Sklavenhandel.
Die Schlussfolgerung ist:
Märkte, Preise und Handel verhindern, dass die Wirtschaft ihre eigentliche Aufgabe erfüllen kann.
Was ist die eigentliche Aufgabe der Wirtschaft?
Ja, natürlich! Die optimale Versorgung der Menschen! Wozu sonst würden wir denn die Wirtschaft brauchen? Sie sollte eigentlich nur dazu da sein, um allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen. Ohne Ausnahme.
Die entscheidende Frage ist also:
Wie könnte eine Wirtschaft aussehen, die sich wirklich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert – und nicht am Gewinn?
Eine Wirtschaft ohne Markt, Handel und Preise – ist das überhaupt vorstellbar?
Der Markt kann nicht entscheiden, welche Entwicklungen den Menschen dienen und welche nur dem Zweck folgen, Verkäufe zu erzeugen.
Ok, wir plündern die Erde und gefährden die Zukunft der Menschheit.
Aber wäre denn die Versorgung der Menschen ohne Markt überhaupt möglich?
Zufällig entstanden gerade zu dem Zeitpunkt, an dem der Markt begann, die Zukunft der Menschheit zu bedrohen, auch die Voraussetzungen für die Versorgung der Menschen ganz ohne Markt.
Die globale Vernetzung kann heute die Informationsfunktion des Marktes ersetzen, denn dadurch wären wir in der Lage, unseren Bedarf direkt an die Produzenten zu übermitteln.
Darüber hinaus gibt es seit kurzer Zeit ein Tool, das dafür sorgen kann, dass die Versorgungswege optimiert und möglichst auf regionale Produkte zurückgegriffen wird.
Natürlich, die Künstliche Intelligenz (KI), die dann, demokratisch kontrollieret, einem wirklich wichtigen Zweck, der optimalen Versorgung der Menschen dienen kann.
Die direkte Versorgung der Menschen
Die Voraussetzungen sind da. Wir haben globale Informationskanäle, Beispiele sind Amazon, Temu oder Aliexpress. Diese Händler könnten durch die demokratisch kontrollierte KI ersetzt werden. Möglich wäre auch, ohne viel Aufwand ein Parallelnetzwerk aufzubauen, welches KI-gesteuert ist und Produzenten mit Verbrauchern verbindet.
Die KI sorgt beispielsweise dafür, dass die Milch aus Süddeutschland nicht nach Hamburg transportiert wird, nur weil sie ein paar Cent billiger ist. Oder dass ein T-Shirt bei einem Hersteller in Baden-Württemberg genäht wird und nicht in einem Ausbeutungsbetrieb in Bangladesh.
Die Auflösung der Preise
Solange es Preise gibt, werden für die Herstellung des T-Shirts weiterhin Frauen im globalen Süden ausgebeutet.
Jetzt kommt das neue Paradigma ins Spiel
Wir brauchen zwei Voraussetzungen
- Alle Waren müssen für alle Menschen frei verfügbar sein.
- Eigentum muss von seiner Verwertungspflicht befreit werden
- Beide Voraussetzungen müssen weltweit gleichzeitig umgesetzt werden
Freie Verfügbarkeit der Waren
Wenn wir verhindern wollen, dass die Waren auf dem Markt gekauft werden müssen, dann müssten sie frei verfügbar sein. Frei verfügbar bedeutet nicht, dass Menschen grenzenlos konsumieren. Flatrate-Modelle (Netflix, Fitnessstudio, Deutschlandticket) zeigen: Wenn die Grundversorgung gesichert ist, konsumieren Menschen nicht unendlich, sondern nach Bedarf. Ohne Werbung und Preisdruck sinkt die Gier, und die Wertschätzung für Langlebigkeit steigt.
Auf jeden Fall werden Löhne und Profite nicht mehr benötigt.
Was sollte sich ein Unternehmer oder Superreicher auch mit seinem Geld kaufen wollen, wenn alles frei verfügbar, also gratis ist. Es gibt dann nichts mehr, was für Geld erworben werden könnte. Die Funktion des Händlers, auch die des Börsenhändlers und sogar des Drogen- und Menschenhändlers würde somit entfallen.
Befreiung des Eigentums von der Verwertungspflicht
Heute ist es so, dass viele Menschen ihr Eigentum an Wohnungen, Feldern oder Fabriken dazu benutzen, um Geld damit zu verdienen.
Wenn wir dieses Geld, diese Einnahmen nicht mehr benötigen, dann wird wahrscheinlich das Interesse an dem Eigentum allmählich zurückgehen. Dieser Trend wird auch dadurch verstärkt werden, dass sie für das Eigentum trotzdem verantwortlich sind. Warum sollen sich nicht diejenigen um das bisherige Eigentum kümmern, die es auch benutzen?
Wenn Eigentum nicht mehr dazu dient, Geld zu verdienen, verliert es seine ausschließende Funktion. Entscheidend ist dann nicht mehr, wem etwas gehört, sondern wer es nutzt und sich darum kümmert.
Die wirtschaftlichen Konsequenzen
Zwei Voraussetzungen für eine Transformation der Wirtschaft
1 Freie Verfügbarkeit der Rohstoffe
Eigentlich müssten alle Rohstoffe und Energiequellen frei verfügbar sein, denn weder die Erde noch die Sonne verlangen eine Bezahlung für ihre Bodenschätze oder ihre Strahlung.
Entscheidend ist hierbei der Charakter von Eigentum, mit dem Einkommen erzielt wird: Es schließt andere von der Nutzung aus. Solange der Eigentümer eines Bodens, unter dem Öl lagert, mit diesem Öl Geld verdienen kann, wird er den Zugang zu dieser Ressource verwehren oder nur gegen Bezahlung gewähren. Genau dieser Mechanismus verhindert die direkte und optimale Versorgung der Menschen.
Erst wenn die Verwertung des Eigentums entfällt – wenn der Eigentümer also nichts mehr mit dem Öl verdienen kann –, verändert sich die Logik grundlegend. Der Besitzer des Bodens kann das Öl dann kostenlos abgeben, sofern sich die Nutzer an den anfallenden Kosten für Förderung und Unterhalt beteiligen. Was heute Ware ist, wird dann zum Gemeingut, dessen Nutzung nicht mehr durch Preis und Profit, sondern allein durch Bedarf und technische Notwendigkeit bestimmt wird.Die Rohstoffe werden frei verfügbar
Zum gleichen Zeitpunkt, wenn die Produkte der Wirtschaft frei verfügbar sind, wenn also mit den Einnahmen aus Eigentum nichts mehr gekauft werden kann, werden die Rohstoffe frei verfügbar. Im Punkt „Befreiung des Eigentums von der Verwertungspflicht“ wurde dies bereits erklärt.
Sobald die Rohstoffe frei verfügbar sind, sind auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Produkte ebenfalls frei verfügbar werden. Das wäre die Voraussetzung dafür, dass die Preise entfallen können und der Weg frei ist für die direkte Versorgung der Menschen ohne die Vermittlung des Marktes.
2 Eliminierung der Produktionskosten
Das ist der letzte Schritt, damit die Produkte frei verfügbar werden und die Preise endgültig entfallen können. In dem Moment, in dem die Rohstoffe frei verfügbar sind und die Preise der Produkte entfallen, verschwindet auch die Notwendigkeit für Löhne und Profite, denn ab diesem Moment könnte auch mit Löhnen und Profiten nichts mehr gekauft werden.
Werden wir noch arbeiten, wenn es keine Löhne und Profite mehr gibt?
Es handelt sich um ein Ereignis, welches aus drei Komponenten besteht, die alle global gleichzeitig eintreten müssen.
- Die freie Verfügbarkeit der Rohstoffe
- Die Eliminierung von Einkommen aus Eigentum
- Die Eliminierung von Löhnen und Profiten
Nachdem diese drei Ereignisse gleichzeitig eingetreten sind, existieren keine Preise mehr. Eine direkte Versorgung der Menschen kann beginnen, die sich ausschließlich an den globalen Bedürfnissen und der Bewahrung der Lebensgrundlagen orientiert – und nicht mehr an der Kapitalverwertung.
Die hier vorgestellte Idee erscheint sicherlich vielen Menschen in ihrer Umsetzungslogik nicht plausibel, da sie einen Zirkelschluss als Lösung präsentiert. Für Menschen mit wirtschaftswissenschaftlicher oder historischer Grundbildung wirkt der Text eher als poetische Utopie denn als praktische Anleitung.
Wir müssen von den Umständen ausgehen, unter denen diese Idee entsteht.
Wir wissen, dass unendliches Wirtschaftswachstum den Fortbestand der Menschheit bedroht.
Derzeit gibt es keine Lösung, um dieses Wirtschaftswachstum zu beenden.
Dass eine plötzliche, globale Veränderung wirtschaftlicher Abläufe kein bloßer Wunschtraum ist, zeigte der März 2020: Innerhalb weniger Tage legte der erste Lockdown der Covid-19-Pandemie weite Teile der Wirtschaft, den Luftverkehr und den Tourismus lahm. Und dennoch: Die Supermärkte blieben gefüllt, Wasser und Strom flossen, die elementare Versorgung geriet nicht ins Wanken.
Dieses unfreiwillige Experiment beweist zweierlei: Erstens, dass das globale System weitaus resilienter auf abrupte Brüche reagiert, als es die Marktlogik suggeriert. Zweitens, dass wir sehr wohl in der Lage sind, Prioritäten jenseits der Profitmaximierung zu setzen.
Der Lockdown war ein unfreiwilliger Stillstand – die hier vorgeschlagene Transformation wäre ein bewusster, geordneter Neustart auf eben diesem stabilen Fundament.
Die Umsetzung in der Wirtschaft
Am Tag der weltweiten Transformation der Wirtschaft bleibt die materielle Infrastruktur unverändert erhalten. Produktionsanlagen, Transportmittel, Energieversorgung, digitale Netzwerke und Kommunikationssysteme arbeiten weiter, es gelten langfristig erprobte Lieferverträge. Auch die Menschen gehen ihren gewohnten Tätigkeiten nach.
Die Umstellung betrifft ausschließlich den Zweck, nicht die physische Arbeit selbst. Es entfallen lediglich Zahlungsfristen, Rechnungen und Verträge, aber die tatsächlichen Material- und Informationsflüsse laufen in unveränderter Weise weiter.
Kontinuität der Lieferbeziehungen
Die überwiegende Mehrheit aller Lieferbeziehungen ist vor der Umstellung stabil, regelmäßig und auf gegenseitiger Verlässlichkeit aufgebaut. Bäckereien beziehen ihr Mehl weiterhin von vertrauten Mühlen, Industriebetriebe ihre Komponenten von bewährten Zulieferern. Diese Beziehungen bleiben unverändert bestehen.
Just-in-Time statt Fünfjahresplan
Die alte Vorstellung zentraler Planwirtschaft mit starren Produktionszielen ist überholt. Deshalb ist diese bedürfnisorientierte Wirtschaft auch kein Sozialismus.
In einer vernetzten Welt, in der alle Produktions- und Verbrauchsdaten digital erfasst werden können, ist es möglich, dynamisch auf Veränderungen zu reagieren – in Echtzeit. So funktionieren große Bereiche der Wirtschaft bereits heute. Just-in-time-Produktion ist nichts neues.
Dezentrale Koordination statt Markt
Anstelle eines anonymen, unkontrollierbaren Marktes tritt ein transparentes, kooperatives Netzwerk, welches basisdemokratisch überwacht wird. Produktionsstätten, Lager, Ausgabestellen und Reparaturzentren sind digital verknüpft. Schnittstellen zwischen Betrieben bleiben erhalten, doch die Bestellung erfolgt nicht mehr durch „Kauf“, sondern durch Bedarfsmeldung.
KI kann dabei helfen, Prozesse zu optimieren, Verschwendung zu minimieren und den Energieeinsatz zu senken. Sie erkennt Wartungsbedarf, koordiniert Transporte und hilft dabei, Ressourcen schonend und effizient einzusetzen. In Bereichen, in denen Automatisierung noch nicht möglich ist, können Menschen freiwillig tätig werden, nicht durch Zwang motiviert, sondern durch Sinnstiftung und soziale Anerkennung.
Demokratische Steuerung und Mitbestimmung
Die digitale Vernetzung schafft auch neue Möglichkeiten basisdemokratischer Beteiligung. Regionale Versorgungsräte, Plattformen für Prioritätensetzung, kollektive Rückmeldesysteme – all das lässt sich mit heutigen Technologien abbilden. Die Menschen können direkt mitentscheiden, was wie und wo produziert wird. Die KI dient dabei als Werkzeug zur Entscheidungsunterstützung.
Schrumpfende Wirtschaft – wachsendes Leben
Ohne Werbung, geplante Obsoleszenz und Konkurrenzdruck wird weniger produziert – und zwar genau das, was gebraucht wird. Die KI erkennt, wenn die Nachfrage sinkt, und reduziert die Produktion entsprechend. Ressourcen werden geschont, die Umwelt entlastet, das Klima geschützt.
Die schrumpfende Wirtschaft ist kein Zeichen der Krise, sondern der Befreiung. Denn: Je weniger gearbeitet werden muss, desto mehr Zeit bleibt für Familie, Freunde, Sport, Hobbys und die Zivilgesellschaft.
Eine andere Sichtweise
Die letzte Phase der großen Revolution in der Millionen Jahre langen Menschheitsgeschichte ist angebrochen.
- heraus aus dem unsicheren Leben in der Urgemeinschaft
- hin zu einem sicheren Leben in Würde
Die weltweite Vernetzung ermöglicht uns heute, die letzte Phase zum Abschluss zu bringen, denn die Beschleunigung des Wachstums ist gerade dabei, unsere Zukunft zu gefährden,.
Wir stehen an der Schwelle zu einer Welt, in der alles Lebensnotwendige vorhanden ist. Die digitale Vernetzung erlaubt erstmals in der Geschichte eine direkte Versorgung ohne den Umweg über Preise, Löhne und Gewinne. Was wie eine Utopie klingt, ist eine technisch realistische Perspektive.
1. Wo wir stehen:
Das Paradox des Fortschritts
Vor 8.000 Jahren begann diese Revolution der Menschheit:
Wir produzierten erstmals mehr, als wir zum Überleben brauchten. Jahrtausende später katapultierten uns Erfindungen wie der Buchdruck, die Dampfmaschine und die Entschlüsselung der DNA in eine Welt des Überflusses.
Obwohl die Produktivität ausreicht, um allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen, überschattet der Kampf ums wirtschaftliche Überleben weiterhin unseren Alltag. Streiks für höhere Löhne, Debatten um Sozialleistungen und die Angst vor Arbeitslosigkeit bestimmen die Schlagzeilen – während gleichzeitig die ökologischen Grenzen des Planeten überschritten werden.
Der Teufelskreis des Wachstums (weiterlesen)
Jede Lohnerhöhung muss durch mehr Produktion und Verkauf gedeckt werden. Dieser Zwang führt zu geplanter Obsoleszenz, Ressourcenverschwendung und einem immer größeren Druck auf den Care-Bereich (Familie, Erziehung).
Wir werfen die Hälfte der Dinge weg, lange bevor sie kaputt sind [1, 2, 3]. Die Wirtschaft ist nicht mehr Diener des Menschen, sondern ein Selbstzweck zur Gewinnmaximierung.
2. Der Kern des Problems:
Der Tauschwert schlägt den Gebrauchswert
Warum bleibt der Kampf ums Dasein bestehen? Weil unsere Versorgung über den Markt vermittelt wird. Solange wir Löhne brauchen, um Waren zu kaufen, entstehen zwangsläufig Gewinne auf der anderen Seite. Das System erzeugt eine sich selbst verstärkende Ungleichheit, die Karl Marx präzise beschrieb.

3. Die Vision:
Direkte Versorgung ohne Markt
„Die einfache Wirtschaft“
„Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.“
Leonardo da Vinci„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“
Antoine de Saint-Exupéry
Das Ziel: Die Gratismachung von Produkten und Dienstleistungen. Wenn Preise entfallen, verliert der Markt seine Funktion als Vermittler. An seine Stelle tritt eine direkte, bedarfsorientierte Logistik.
Wie funktioniert die Koordination ohne Preisschilder?
Statt auf Preissignale und Wettbewerb setzen wir auf:
- Globale Vernetzung: 96 % der Weltbevölkerung sind mobil erreichbar.
- Just-in-Time-Produktion: Es wird erst produziert, wenn ein Bedarf angemeldet wird.
- KI-gestützte Logistik: Eine demokratisch kontrollierte Künstliche Intelligenz optimiert regionale Kreisläufe und Transportwege.
🌍 Warum muss es global und gleichzeitig passieren?
Unsere Lieferketten sind international. Wenn Rohstoffe aus Südamerika oder Elektronik aus Asien weiterhin Geld kosten, bleibt das System in der alten Logik gefangen. Eine Transformation muss synchron erfolgen – ähnlich dem synchronisierten Stillstand des Flugverkehrs während des ersten Corona-Lockdowns. Das ist logistisch eine Herausforderung, aber keine Utopie mehr.
4. Was würde sich konkret ändern?
Für Unternehmer:
Vom Wettbewerb zur Verantwortung
Unternehmer verlieren nicht ihr Eigentum an Fabriken oder Feldern. Sie verlieren lediglich die Notwendigkeit, Gewinne erwirtschaften zu müssen, da sie selbst (wie alle anderen) freien Zugriff auf alle Güter haben. Ihre Rolle wandelt sich: Statt im Wettbewerb zu bestehen, können sie ihre Kreativität darauf verwenden, wirklich nachhaltige und reparierbare Produkte zu entwickeln – befreit vom Zwang der Kostenoptimierung.
Plündern dann nicht alle die Geschäfte? (weiterlesen)
Nein. Flatrate-Modelle (Netflix, Fitnessstudio, Deutschlandticket) zeigen: Wenn die Grundversorgung gesichert ist, konsumieren Menschen nicht unendlich, sondern nach Bedarf. Ohne Werbung und Preisdruck sinkt die Gier, und die Wertschätzung für Langlebigkeit steigt.
Ist das nicht einfach nur eine andere Form von Vergesellschaftung? (weiterlesen)
Nein. Vergesellschaftung ändert nur den Besitzer der Fabrik (Staat oder Kollektiv), aber nicht die Warenform. Solange Preise existieren, bleibt der Wachstumszwang bestehen. Dieser Vorschlag zielt tiefer: Er will die Aufhebung des Marktes selbst. Nicht der Besitz wird verändert, sondern der Zugang: Alles ist ohne Preis verfügbar. Das ist der entscheidende qualitative Sprung.
5. Ein Drei-Stufen-Plan für den Übergang
1 Globale Diskussion: Bewusstsein schaffen, dass der Wachstumszwang das Problem ist, nicht der individuelle Unternehmer oder Arbeitnehmer.
2 Gemeinsame Entscheidung: Ein synchronisierter Beschluss der globalen Wirtschaft: „Unternehmer verzichten ab sofort auf Gewinne, für Angestellte entfällt die Lohnbuchhaltung.“ Die Waren sind ab sofort frei erhältlich, für alle Menschen gleichermaßen.
Werden die Unternehmer auf ihre Gewinne verzichten?
3 Transformation der Wirtschaft: Die Wirtschaft ist nicht mehr profitorientiert. Anstatt Überproduktion hin zu bedarfsorientierter, nachhaltiger Versorgung.
Sie ermöglicht allen Menschen auf der gesamten Welt ein Leben in Würde.
Bricht sie nicht sofort zusammen?
6. Das Leben nach der Umstellung:
Vom BIP zum Bruttonationalglück
Die Effekte würden schnell eintreten:
- Radikale Arbeitszeitverkürzung: Weil nur noch das Nötige produziert wird und Automatisierung keine Arbeitsplätze mehr bedroht.
- Ende der Gender-Ungerechtigkeit: Die Trennung zwischen „bezahlter“ und „unbezahlter“ Care-Arbeit verschwindet.
- Kreislaufwirtschaft ohne Kostenfalle: Da Entwicklungszeit kein Kostenfaktor mehr ist, wird vollständiges Recycling zum Standard.
- Wahre Freiheit: Jeder kann seinen Talenten folgen, weil der Zwang zur Lohnarbeit entfällt.
Die Familie ist heute schon das Vorbild: In der Familie stellt niemand Rechnungen. Es wird gekocht, wenn Hunger da ist. Es wird repariert, was kaputt ist. Dieses Prinzip, hochskaliert auf die globale Gesellschaft – das ist die Revolution, die noch aussteht.
Resümee: Die Angst vor dem Untergang der Welt ist real [4]. Aber wir stehen nicht vor dem Ende, sondern vor dem letzten logischen Schritt einer 8.000-jährigen Revolution der Menschheit.
- Die Technik ist da.
- Die Produktivität ist da.
- Die Notwendigkeit des Endes des Wachstums ist da.
Es fehlt nur die kollektive Einsicht:
Wir müssen nicht alles kaufen. Wir haben längst genug.
Aufruf
Bitte helft mit, diesen Plan weltweit bekannt zu machen!
Quellen & weiterführende Links
[1] https://www.klimasofa.org/infothek/bekleidungskonsum/
[2]https://de.statista.com/infografik/16586/lebensmittelverschwendung/
[3]https://www.nationalobserver.com/2026/03/05/news/canadians-electronic-waste-study
[4]https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2311400122#:~:text=Worry%20and%20planning%20for%20the,SI%20Appendix%2C%20Appendix%20E)
Das Buch zum kostenlosen download:
Ein kleines Erklär-Video (5 Minuten)
Bitte habt Verständnis dafür, dass nur Kommentare mit konstruktivem Inhalt veröffentlicht werden.
Berlin, den 10.04.2026
Eberhard Licht

Also, ich könnte mir diese Welt gut vorstellen. Ich nähe sehr gerne, aber in meiner Familie braucht niemand etwas. Wenn wirklich alle mit dem demokratisch kontrollierten Internet verbunden wären, und jemand eine Hose braucht, könnte er doch eine Anforderung schicken und eine vertrauenswürdige KI würde diese Anforderung zu mir weiterleiten, weil sie weiß, dass ich gerne nähe. Ich würde ihm dann eine Hose nähen und wäre froh, etwas nützliches gemacht zu haben, worüber sich jemand freut. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich dann immer mal ein Foto bekomme, wo er mit der neuen Hose war.
Also ich wünsche ihnen viel Erfolg mit diesem Plan!
Herzliche Grüße, Hanna
Was bei der Hose funktioniert, muss noch lange nicht beim Smartphone klappen. Einen Smartphone herzustellen erfordert:
– Seltene Erden aus China
– Chip-Fertigung in Taiwan
– Display-Produktion in Südkorea
– Software-Entwicklung global verteilt
– Logistik über Kontinente
– Tausende spezialisierte Zulieferer
Das Ganze ohne Geld zu koordinieren ist ein Alptraum!
Aber ich wünsche ebenso viel Erfolg mit diesem Plan!
Das Besondere an diesem Plan ist ja gerade, dass es nicht wie beim Sozialismus frustrierende Enteignungen geben muss, die zum Chaos führen könnten, denn das Eigentum wird von alleine überflüssig. Aber dazu muss man alles lesen. In Punkt 5 ist genau beschrieben, dass es beim Übergang überhaupt keine Veränderungen gibt. Seltene Erden und Chips werden weiterhin geliefert. Warum auch nicht, wenn es keine Preiskämpfe mehr gibt? Werden die seltenen Erden natürlich unter unmenschlichen oder umweltschädlichen Bedingungen gewonnen, dann dauert es vielleicht ein halbes Jahr länger, bis ein neues Handy verfügbar ist, bis diese Bedingungen verbessert sind.
Wichtig ist auch Punkt 4.6. Die Grenzen unserer Vorstellungskraft.
Gerade das Geld ist der Alptraum, das Preisdumping und Ausbeutung des globalen Südens ermöglicht.
Naja es gibt viele Idee für eine Gesellschaft ohne Geld. Leider scheitern die oft an der Umsetzung, da Geld auch Vorteile hat. Ich selber war ein Freund des Venus Projektes, aber eine konkrete Umsetzung sehen ich leider nicht. Ich finde man muss die Menschen erst von dem Geld entwöhnen und dann kann man über die Abschaffung von Geld nachdenken. Die Löhne wie in dem Text als Problem dargestellt, sind jedoch kein Problem. Und der Verzicht auf Löhne wird meiner Ansicht nach leider nicht zum Ziel frühen. Hier wird leider eine rein utopische Idee präsentiert, die so nicht umsetzbar ist.
Ein „Entwöhnen“ funktioniert nicht, weil es sich nicht gegen das jährliche Wirtschaftswachstum von mehreren Billionen durchsetzen kann. Genau deshalb haben das Venus Projekt und alle anderen Postwachstumsideen keinen Erfolg.
Warum die Löhne?
Was macht Bosch, wenn die Belegschaft eine Lohnerhöhung durchgesetzt hat? Es müssen mehr Waschmaschinen verkauft werden, weil das Geld für die höheren Löhne nicht vom Himmel fällt. Sie werden dann so konstruiert, dass sie sich nicht mehr reparieren lassen. So einfach funktioniert die zerstörerische Wachstumsspirale. Und nebenbei steigen natürlich auch die Profite.
Die Abschaffung der Löhne wäre eine friedliche Revolution, die jederzeit erfolgen könnte. Die Wirtschaft würde vorerst unverändert weitergehen, nur dass keine Kosten mehr entstehen und alles gratis ist. Was soll daran Utopie sein? Genau so funktioniert die gesamte Reproduktion, ohne die es keine Wirtschaft gäbe!
Damit wären die Voraussetzungen für das Venus-Projekt geschaffen. Auch das Problem der Wuchermieten wäre gelöst, weil die Eigentümer nichts mehr mit den Mieteinnahmen kaufen könnten. So löst sich mit dem Finanzsystem auch das Eigentum an Produktionsmitteln und Immobilien auf. Enteignungen wären nicht erforderlich.
Am besten, du liest mal den Text durch, da ist wirklich alles genau beschrieben.
Hi Eberhard,
ich bin von deinen Ausführungen richtig begeistert und überzeugt; nicht nur weil sie meiner eigenen Vision von Utopia ist machbar.de sehr ähneln, sondern auch weil du die positiven Möglichkeiten von KI und Digitalisierung hervorhebst. Denn damit ist es zum 1. Mal in der Menschheitsgeschichte möglich den Bedarf von 8 Milliarden Menschen zu ermitteln und die Produktions – und Transportwege darauf abzustimmen, dass alle Menschen „just in time“ das kriegen was sie brauchen und welche Arbeiten dafür nötig sind, um das zu realisieren.(Von nüchts, kommt ja bekanntlich nüchts)
Für eine 100%tige Zustimmung/Unterstützung fehlt mir aber ein Punkt: Mangelnde Unterstützung der Bevölkerung
Die macht sich an folgenden Punkten/Argumenten fest:
a) wenn alles umsonst ist, geht keine*r mehr arbeiten
b) nach dem totalen Hamstern, folgen leere Regale und Chaos
c) warum soll ich bei so einem Experiment mitmachen, mit dem Klima ist doch Humbug und ich kann mir auch jetzt schon alles leisten, was ich brauche
d) das ist schreiende Ungerechtigkeit: Die Bankangestellten, Kassierer*innen, Buchhalter*innen, Kontrollettis und Börsianer*innen fahren am Tag X alle in Urlaub oder machen sich einen faulen Lenz und ich als LKW-Fahrer*in, Lehrer*in, Erzieher*in oder Putzmann/frau etc. soll weiter 8-10 h schuppern wie gewohnt?
Das sind leider ernstzunehmende Widerstände. Mein Vorschlag diese zu entkräften wäre ein weltweites digitales Netzwerk zur Vorbereitung der Abschaffung des Geldes. Wenn alle Menschen, die nach Zeit und Art frei gewählte Tätigkeit, (deswegen sage ich nicht Arbeit dazu)die irgendwie für einen anderen Menschen oder der Allgemeinheit nützlich sein kann in das Netz einspeisen würden und dazu natürlich der individuelle Bedarf, kann dank KI gesehen werden, wieviel Zeit für Produktion und Distribution dafür aufgewendet werden müsste. Und bei der Frage, „wenn du für nichts mehr bezahlen müsstest, alles nehmen kannst, was du brauchst und als Gegenleistung z.B. nur 10 h in der Woche eine frei gewählte Tätigkeit, die einem anderen Menschen oder der Gemeinschaft nützt, machen müsstest, wärest du dann glücklicher als heute?“ haben 90% aller von mir befragten Menschen mit „ja“ geantwortet. D.h. die mögliche Änderung der heutigen Arbeitsbedingungen/Arbeitsplatzes hat m.E. eine viel größere Überzeugungskraft für die Abschaffung des Geldes als das Argument „wir können ohne Vorbereitung sofort anfangen“.
Ganz abgesehen davon, würden bei meinem Modell die oben aufgeführten Widerstände entkräftet.
-a) es ist nichts umsonst, jede*r (auch die heutigen Reichen) muss dafür was tun
b) durch das vorher transparent erstellte Netzwerk hat jede*r die Sicherheit, dass es zu keinen Versorgungslücken oder Chaos kommt.
c) fast jede*r hat Lust jenseits seinem/ihren Beruf mal was anderes zu machen
d) jede*r nach seinen/ihren Bedürfnissen, jede*r nach seinen ihren Fähigkeiten – mehr Gerechtigkeit geht nicht
Der übliche Einwand an dieser Stelle: Was ist mit der Drecksarbeit, die keine*r machen will? – 3 Lösungen:
a) Rotationsprinzip: alle müssen mal für ein paar Stunden ran
b) Belohnung: 2 h entfremdete Arbeit zählen wie 1 h selbstbestimmte Tätigkeit
c) Roboter/KI übernehmen diese Arbeit